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Aw: Mein Krimi (1 Leser) (1) Gast
Beliebt: 0
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THEMA: Aw: Mein Krimi
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Der_Dave (Benutzer)
Fresh Boarder
Beiträge: 1
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Mein Krimi vor 1 Monat
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Karma: 0
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Guten Morgen. Ich bin per Zufall auf dieses Forum gestoßen, nachdem ich ein wenig bei google gesucht habe.
Ich bin momentan dabei ein Buch zu schreiben. Mein erstes, dass auch fertig werden soll.
Ich würde gerne ein paar Meinungen dazu hören, Kritik und ähnliches.
Zahlen
Dies ist meine Geschichte. Ich sitze im Gefängniss. Die grauen Wände engen einen richtig ein. Es fühlt sich so an, als würden sie mich zusammendrücken wollen. Bis sie mich zerquetschen. Warum bin ich eigentlich hier? Ich weiß es nicht. Ich soll jemanden umgebracht haben? Ich!? Aber ich weiß es nicht. Ein großes schwarzes Loch in meinem Gedächtnis. Doch ich wurde verurteil. Mama und Bernd waren dabei. Sie haben geweint, als der Richter mich in den Knast schickte. Drei mal Lebenslänglich, mit anschliessender Sicherheitsverwahrung. So grausam soll mein Verbrechen gewesen sein. Aber ich weiß es einfach nicht. Ich stehe mit mir selbst im Konflikt. Trau ich mir das zu? Was war vorher? Man hat mir gesagt, ich hatte Drogen genommen. Habe ich das? Ich habe nur ab und zu etwas grünes geraucht. Zu oft. Wollte ich vielleicht mehr probieren? Alles weg.
Ich höre den Schlüsselanhänger des Wärters. Die tägliche Zählung beginnt. Hier drinnen ist man nicht mehr, als nur eine Nummer. Eine Zahl, kein Mensch. "0285?", brüllte der dicke bärtige Mann mit seiner Uniform. Er kam sich mächtig vor. Er liebte seinen Job. Er verachtet die Kriminellen. "Anwesend...", sagte 0285 leise. Es war sein erster Tag hier bei uns. Für Neulinge ist es nicht einfach. Vor allem nicht, wenn man ein Schwächling ist. Er sitzt, weil er eine alte Frau beklaut und geschlagen hat. Drei Jahre. Solche Leute werden sogar hier verachtet. Eine arme alte Frau beklauen, und dann schlagen. Sowas ist erbärmlich. "Ich kann dich nicht hören, Schwuchtel!" brüllte der Werter und fing an zu lachen. Ich hasse sein Lachen. Alle hier hassen es. Die Tür war geöffnet, und wer nicht rechtzeitig vortrat und seine Anwesenheit bestätigte, der wurde geschlagen. In diesem Moment hörte ich 0285 schreien. Er wurde verprügelt. Das dürfen sie nicht. Doch wen interessiert das? Wir sind doch nur Nummern. Vielleicht weiß ich jetzt, wie sich die Juden fühlten. Nein. Das ist kein treffender Vergleich. "0286!", nun stand er mit seinem dreckigen grinsen vor mir. hat ihm wohl Spaß gemacht, den neuen zu verprügeln. Was soll's. Nicht mein Problem, und mir egal. "Anwesend!", mit lauter Stimme, so wie er es wollte. Einfach weiter zur nächsten Zelle geht er nun. Er machte noch eine abfällige Bemerkung über meine Haare. Ich darf sie nicht waschen. Sie gehen mir bis zu den Schultern. Schwarz, wie die von Jana. Ich vermisse sie. Was wohl mit einem Menschen passiert, wenn er tot ist? Wenn ich es wüsste, würde ich mich vielleicht selber töten. Vielleicht wäre es schön?
Meine Waschzeit wurde gestrichen. Die Wärter wollen, dass ich mir den Kopf schore, dann darf ich mich wieder waschen. Es füllt sich widerlich an. Aber ich will nicht. Ich gebe diesen dummen Machtkampf nicht auf. Warum nicht? Es würde sich lohnen. Ich würde nicht mehr stinken. Allerdings hätte ich verloren. Verloren gegen mich selbst. Der Tag ist fast vorbei glaube ich. Sie haben uns die Uhren genommen. Wenn es 22 Uhr ist, machen sie einfach das Licht aus. Es fühlt sich spät an. Wie fühlt sich spät eigentlich an? Ich leg mich ins Bett. Ein verdammt hartes Bett. So bequem wie auf einem Stein zu schlafen. Mit vielen Kanten. Man gewöhnt sich allerdings daran. Ich hasse Samstag.
Samstag dürfen wir nicht raus. Aber ich erhielt Post. Ein Bild von Jana. Wer hat es mir geschickt? Ich wunder mich darüber, dass ich es überhaupt erhalten habe. Der Wärter hätte es zerreissen können, aber er tat es nicht. Es lag einfach in meiner Zelle. Die Tage hier sind verdammt lang. ich wünschte es wäre wie früher... Ich wünschte ich wäre wieder ein Mensch. Aber ich bin nur eine Zahl.
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NussFluss (Benutzer)
Junior Boarder
Beiträge: 27
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Aw: Mein Krimi vor 1 Monat
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Karma: 0
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Von der Handlung her ist deine Geschichte recht stereotyp geraten: Ein Mann der möglicherweise zu unrecht im Knast sitzt und seine Frau/Kinder vermisst, während ihn Gewissensbisse und Gedächtnislückenn plagen, was er eigentlich verbrochen hat, um dort zu landen.
Daran ist erst einmal nichts verkehrt, wenn man alles gut verpackt und die Parallelen zu anderen Geschichten gut versteckt, aber so wie du das ganze angehst, wirkt es extrem stereotyp, da du kaum etwas an Hintergrund preis gibst. Schreib doch wo das ganze spielt, in welchem Gefängnis, in welcher Stadt und in welchem Land und versuch das Flare dieser Gegend einzufangen. Ich tippe mal, dass du mit deinem Setting auf einen amerikanischen Knast anspielst, aber das wird nur unzureichend deutlich. Beispielsweise wäre dieser Holocaustvergleich in diesem Fall total fehl am Platze. Dir als Deutschem erscheint dass vielleicht plausibel, da du nahezu die gesamte Schulzeit mit Holocaust-hier-und-Juden-da-Geschichtunterricht verbracht hast, aber der Durchnittsamerikaner zöge da ganz sicher andere Vergleiche. Umgekehrtt ist das Setting viel zu extrem geraten, wenn du auf Deutschland anspielst. Also versuch etwas zu recherchieren und Hintergruninformationen einzubringen. Googlen reicht ja schon in den meisten Fällen. Das würde der Geschichte einen ganz anderen Tiefgang und Anspruch verleihen.
(Natürlich wäre es auch ohne weiteres möglich den Judenvergleich plausibel zu erscheinen zu lassen, aber dafür müsstest du ungleich weiter ausholen.)
Zum spprachbild:
Eigentlich mag ich dieses Aneinanderreihen von Hauptsätzen sehr gerne, aber du übertreibst es etwas. Natürlich wirkt dadurch alles sehr fragmentartig und trägt seinen Teil zur Gefühlslage des Insassen bei, aber das funktioniert nur über kurze Distanzen gut, denn es entfremdet vor allen Dingen auch. Wenn du also die Perspektive auf Vergangenes lenkst, dann benutze lieber lange harmonische Sätz, denn dadurch schaffst du Sympathie für den Charakter und auch Kontraste, die ihrerseits wieder das Fragmentartige unterstreichen.
Ansonsten ist mir aufgefallen, dass du scheinbar willkürlich durch die Zeiten springst. Es ist okay wenn du dich für deine Erzählperspektive auf das Präsens festlegst, aber dann immer wieder ins Präteritum/Imperfekt abzuschweifen verwirrt ungemein, da der Leser die verschiedenen Zeitebenen kaum noch unterscheiden kann.
Alles in allem meine ich, dass diesem Textabschnitt noch dieses gewisse Etwas fehlt, was den Leser dazu bewegen könnte weiterzulesen. LG
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Kubique86 (Benutzer)
Fresh Boarder
Beiträge: 8
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Aw: Mein Krimi vor 1 Woche
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Karma: 0
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Mir fiel gleich auf, dass du in den Zeitformen ab und zu mal verrutscht bist.
Beispiel: 'Es war sein erster Tag hier bei uns.' <-- Das gehört eigentlich in die Gegenwart.
Ansonsten gefällt mir der Text recht gut. Die Kurzen abgehackten Sätze spiegeln das Gefühlsleben deines Protagonisten sehr gut wider.
Ich freue mich schon darauf mehr davon zu lesen, und bin gespannt was für ein Sprachbild du außerhalb der Gefängnisszenen verwendest.
Viel Erfolg bei deiner weiteren Arbeit! 
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